Adidas erwartet für 2016 mindestens stabile operative Marge


Adidas AG

29.12.2015, Die adidas Gruppe teilte im Dezember anlässlich einer Investorenveranstaltung in Herzogenaurach Einzelheiten zu wichtigen Treibern ihrer langfristigen operativen Entwicklung mit und ging dabei insbesondere auf die für das Jahr 2016 erwartete Margenentwicklung ein.


Da der Konzern den weitaus größten Teil seiner Produkte aus über 30 Ländern weltweit bezieht, werden die Beschaffungskosten fortlaufend von globalen und lokalen gesamtwirtschaftlichen Trends beeinflusst. Derzeit treiben der anhaltende, zweistellige Anstieg der Lohnkosten in den meisten Schwellenländern sowie höhere Materialkosten für Baumwolle, Nylon und EVA künftige Produktkosten nach oben. Infolgedessen rechnet der Konzern mit einem deutlichen Anstieg der zugrundeliegenden Beschaffungskosten bis 2020. Um dieser Herausforderung entgegenzuwirken, wird das Unternehmen seine Fertigungseffizienz weiter steigern. Dabei fokussiert es sich auf die folgenden vier Hebel: Produkte und Materialien, Zulieferbasis und - allokation, Kapazitätsausnutzung sowie Verbesserung der Produktivität.

Als weltweit tätiges Unternehmen ist die adidas Gruppe Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Dies ist eine direkte Folge der überwiegend in asiatischen Ländern stattfindenden Beschaffungsaktivitäten, die weitestgehend in US-Dollar abgerechnet werden. Der Konzernumsatz hingegen fällt größtenteils in anderen Währungen an. Daher ist das US- Dollar-Hedging ein wichtiger Bestandteil des zentralisierten Währungsmanagements des Unternehmens. Der adidas Konzern hat ein rollierendes Hedging-System mit einem Zeitfenster von bis zu 24 Monaten etabliert, wobei ein Großteil des erwarteten saisonalen Einkaufsvolumens etwa sechs Monate vor Beginn einer Saison abgesichert wird. Das bedeutet, dass das Unternehmen seinen Hedging-Bedarf für das Jahr 2016 bereits nahezu vollständig abgeschlossen hat. Der Konzern geht davon aus, dass sich ungünstige Effekte eines stärkeren US-Dollar gegenüber den meisten wichtigen Währungen negativ auf die Bruttomarge auswirken werden.

Insgesamt wird erwartet, dass höhere Beschaffungskosten und ungünstige Währungseffekte die Entwicklung der Bruttomarge des Konzerns im Jahr 2016 wesentlich beeinträchtigen werden. Der adidas Konzern rechnet jedoch damit, den Großteil dieser negativen Effekte kompensieren und damit den erwarteten Rückgang der Bruttomarge gegenüber dem Vorjahr auf 50 bis 100 Basispunkte begrenzen zu können. Erreicht werden soll dies durch Effizienzsteigerungen entlang der Beschaffungskette, deutliche Preissteigerungen in mehreren Regionen, angepasste Handelskonditionen mit den Einzelhandelspartnern des Unternehmens, das überproportionale Wachstum in Märkten, die höhere Margen erzielen, sowie durch einen günstigeren Kategorie-, Produkt- und Vertriebskanalmix.

Gleichzeitig wird der Konzern von der konsequenten Umsetzung der in den vergangenen Jahren erzielten operativen Verbesserungen profitieren. Zudem wird sich die sogenannte ‚Brand Leadership‘-Restrukturierung, die die Organisation ganz klar am Konsumenten ausrichtet, positiv auf die Entscheidungsprozesse des Konzerns auswirken. Darüber hinaus wird die adidas Gruppe ihre übergreifende organisatorische Struktur weiter optimieren und sich verstärkt auf Initiativen zur Effizienzsteigerung fokussieren. Angesichts dieser Initiativen geht das Management davon aus, auch 2016 deutliche Verbesserungen bei den Betriebsgemeinkosten zu erzielen. Der adidas Konzern hält des Weiteren an seiner langfristigen Strategie hinsichtlich seiner Marketinginvestitionen fest, die darauf abzielt, die Attraktivität der Marken nachhaltig zu steigern und das Umsatzwachstum in den nächsten fünf Jahren zu beschleunigen. Für die Jahre 2015 und 2016 erhöhte der Konzern daher seine geplanten Marketingausgaben um 1 Prozentpunkt auf 13% bis 14% der Umsatzerlöse, abweichend vom bisherigen Zielkorridor von 12% bis 13% der Umsatzerlöse. Vor diesem Hintergrund rechnet der Konzern damit, dass die Sales- und Marketinginvestitionen 2016 in absoluten Zahlen weiter steigen und im Verhältnis zum Umsatz in etwa auf dem Niveau von 2015 bleiben werden. Unter Berücksichtigung der prognostizierten Entwicklung der Sales- und Marketinginvestitionen sowie der Betriebsgemeinkosten rechnet der Konzern mit einer deutlichen Reduzierung seiner betrieblichen Aufwendungen im Verhältnis zum Umsatz. Dies wird mindestens den erwarteten Rückgang der Bruttomarge kompensieren. Infolgedessen wird für das Jahr 2016 eine operative Marge prognostiziert, die mindestens stabil gegenüber dem Vorjahresniveau bleibt. In absoluten Zahlen wird das Betriebsergebnis den Prognosen des Konzerns zufolge 2016 im hohen einstelligen Bereich steigen.


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